Schädlinge & Krankheiten

Schädlinge & Krankheiten

Gehäuseschäden durch eine Pilz Infektion
Mangel an Kalk
Mangelernährung
Zwergwuchs
Gehäuseablösung/ Mantelkollaps
Gehäusebrüche

Schädlinge
Glanzschnecken (Oxychilidae)
Ratten-Lungenwurm
Nematoden
Gemeine Bernsteinschnecke

Die ersten Anzeichen einer kranken Schnecke sind immer ein verminderter Appetit. Das Tier zieht sich trotz passender Parameter immer mehr zurück und verdeckelt sich irgendwann. Ein gutes Indiz ist auch das Gewicht. Abgesehen von der Eiablage, bei der die Schnecke logischerweise immer einige Gramm verliert, sollten die Schnecken schwerer werden und nicht leichter.

Falls du die Schnecken neu hast und sie ziehen sich zu Beginn vermehrt zurück, kann das auch vom Umzugsstress und den ganzen Veränderungen kommen. Behalte die Tiere gut im Auge, aber mach dir noch nicht zu viele Sorgen, auch wenn es schwer ist. 😉

Was man in dieser Situation immer machen kann, ist der Schnecke Feuchtigkeit zukommen zu lassen, denn diese Tiere trinken in dem Moment auch zu wenig. Das heißt, einmal Schnecken-Wellness mit einer warmen Dusche oder einem warmen Bad. Als Badezusatz eignet sich im Wasser gelöster Traubenzucker und/oder Kalk, aber bitte nur eine Prise. Wenn die Schnecke nun wieder hervorkommt, sollte man sie auf einen Teller mit saftigem, frischem Futter legen. Wenn man weiß, welches ihr Lieblingsessen ist, ist das dann optimal. Dies kann man dann wiederholen, bis man zu einer Diagnose kommt oder es der Schnecke besser geht. Als Empfehlung 1 bis 2 mal am Tag je nachdem, wie schlecht es der Schnecke geht, auch außerhalb der Aktivitätszeit. Zur Not kann man ein Tier auch mal über kurze Zeit separieren und in einen kleineren Behälter setzen, damit die Wege zu Futter und Wasser kürzer sind. Dies sollte aber mit Vorsicht genossen werden und gut abgewogen sein. Denn die Tiere sind sehr sozial und z.B. bei einer anderen Schneckenart (lissachatina reticulata) kann schon der Verlust seines gewohnten Umfeldes und der anderen Tiere zum Tod führen. Natürlich müssen auch in dieser Quarantänebox die Parameter von Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen.

Gehäuseschäden durch eine Pilz Infektion

Pilzerkrankungen sind eines der häufigsten Krankheitsbilder, die man bei unseren Schnecken finden kann. Leider ist das mollig warme und feuchte Klima auch die beste Umgebung für Pilze, die sehr hartnäckig sein können. Hier gilt auch: Je weiter die Farbschläge vom Natürlichen abweichen, desto anfälliger sind sie. Das heißt, dass vor allem die Farbschläge Silverbody und Albina davon betroffen sein können.

Das wichtigste hier ist die Früherkennung oder sogar Vorbeugung. Als vorbeugende Maßnahme kann man in die Wasserschale immer ein Stück Seemandelbaumblatt hinzugeben, das desinfizierende Wirkung und vieles mehr hat.

Archachatina marginata ovum mit Pilz Erkrankung und dem zufolgendem Gehäuseschaden (anbauschwirigkeiten)

Mangel an Kalk

Bei dieser großen Schneckenart wird oft der Kalkbedarf für den Häuschenbau unterschätzt. Sie brauchen sehr viel Kalk! Möglichst in verschiedenen Varianten wie zum Beispiel einen aufgekalkten Bodengrund mit einem Biogartenkalk oder Speisekalk. Man kann Kalkbäder (Kalk-Wasser-Gemisch) anbieten, es gibt Sepiaschalen, Eierschalen, Austernschalen. Man kann das Futter bestäuben, da ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Hauptsache ist, dass man keine Schadstoffe einschleppt, heißt, man muss auf die Reinheit achten.

Bild folgt sobald ich etwas passendes habe

Mangelernährung


Wusstest du schon, dass unsere Schnecken auch Aasfresser sind? Ja, wirklich! Sie haben auch einen Bedarf an Proteinen. Schnecken, die nur mit Salat und Gurke gefüttert werden, bekommen über kurz oder lang eine Mangelerscheinung, die sich sehr gut am Wachstum des Tieres zeigt. Sie beginnen zu kümmern, das Immunsystem wird immer schlechter und im schlimmsten Fall kann es zu Unterernährung, Krankheit und/oder einer Legenot führen und die Tiere verenden.

Archachatina marginata ovum von Angi (vielen dank für die Bereitstellung) Diese Tiere sind nicht krank aber man sieht wunderbar das Wachstum.

Zwergwuchs

Zwergwuchs bedeutet, dass eine gleichaltrige Schnecke deutlich kleiner bleibt, ohne dass sie irgendwelche Krankheiten aufweist. Hier handelt es sich um etwas, was man nicht steuern kann und das von Geburt an besteht. Man sollte abgesehen von der Zucht nie ein solches Phänomen bei seinen Schnecken sehen, wenn man sie aus einer seriösen Zucht bezieht. Falls man doch einmal an ein solches Tier gelangen sollte, gilt auch hier: Solange es gut geht, ein schönes Leben ermöglichen, aber bevor sich das Tier quält, erlösen, da es nie wirklich wachsen und sich entfalten kann.

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Gehäuseablösung/ Mantelkollaps

Das bedeutet, dass sich der Fuß stellenweise oder nahezu ganz vom Gehäuse löst. Das kann passieren, wenn man die Schnecke zu schnell von der Scheibe abzieht oder auch, wenn sie kopfüber am Deckel/der Decke des Terrariums klebt. Bei solch großen Tieren kann das auch schon durch ihr Eigengewicht passieren. Leider gibt es hier nur selten Rettung oder Hilfe. Kleine Ablösungen können wieder anwachsen, bei größeren leidet dann der Häuschenbau. Die Schnecke wächst nicht weiter, zieht sich durch die schlechte Verfassung immer weiter zurück, verweigert irgendwann das Futter und nimmt immer mehr ab, bis sie dann irgendwann verhungert, weil sie zu wenig Energie hat, um zum Futter zu gelangen. Hier empfiehlt sich eine genaue Beobachtung, ob es die Schnecke schafft und im Notfall das Erlösen, bevor sie elendig zugrunde geht.

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Gehäusebrüche

Gehäusebrüche können gelegentlich vorkommen, sind aber in der Regel nicht wirklich tragisch. Die Schnecke repariert diese Dellen und Risse ziemlich schnell von selbst. Wenn man sie unterstützen möchte, kann man ihr mehr Kalk zur Verfügung stellen, da dies die Grundbausubstanz des Häuschens ist. Allerdings wird man solche Verletzungen ihr Leben lang mehr oder weniger sehen können.

Falls der Schaden so groß ist, dass zum Beispiel ein Stück des Hauses abbricht, sollte man der Schnecke helfen, indem man die Stelle zunächst säubert und dann ein Stück abgekochte Eierschale oder, falls vorhanden, ein Stück des Häuschens einer toten Schnecke einsetzt. Mit etwas Glück wird dieses Stück für die Reparatur akzeptiert. Kleinere Stellen können auch einfach mit einem Stück Frischhaltefolie abgedeckt werden, das gut angeklebt sein sollte, um vor Schmutz und Austrocknung zu schützen. Auch hier ist es wichtig, ausreichend Kalk bereitzustellen.

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Schädlinge

Glanzschnecken (Oxychilidae)

Die Glanzschnecke ist eine unscheinbare kleine Schnecke mit einer maximalen Gehäusegröße von 14 mm, die wir entweder mit selbst gesammelten Einrichtungen oder selbst angebautem Futter einschleppen. Diese Schnecke frisst wie der vielleicht bekanntere Tigerschnegel andere Schnecken und deren Eier. Durch die Vermischung von unseren großen Schnecken und dem kleinen Parasiten kann es durchaus vorkommen, dass wir ihn gar nicht sehen, da er in das Luftloch unserer Riesen eindringt und unsere Schnecke von innen heraus auffrisst. Bis wir das bemerken, könnte es bereits zu spät sein. Daher ist es wichtig, alles gut zu kontrollieren, abzuwaschen und wenn möglich abzukochen (meine Empfehlung ist der Backofen).

Ratten-Lungenwurm

Durch die Medien wurde der Ratten-Lungenwurm nun stark aufgebauscht. Hier kann ich jedoch Entwarnung geben, insbesondere aufgrund der geringen Ansteckungsgefahr für Schnecken. Die Schnecke müsste den Kot einer befallenen Ratte fressen, um sich mit diesen Würmern zu infizieren, was bei Schnecken aus einer Zucht praktisch unmöglich ist. Selbst wenn wir von einem Befall ausgehen würden, müsste man die betroffene Schnecke roh verzehren, um diesen Wurm in den eigenen Organismus zu bekommen. Daher ist eine Ansteckung durch diesen Parasiten äußerst unwahrscheinlich und erst recht nicht bei Zuchttieren.

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Nematoden

Bei Nematoden handelt es sich um einen Wurm, der zwar immer noch selten, aber dennoch vorkommen kann. Dieser Wurm wird durch Hunde und Katzen übertragen. Die Symptome einer Erkrankung sind ein rapid schlechter werdender Zustand der Schnecke, die dann schnell den Würmern erliegt. Es ist möglich, seine Lieblinge auf diese Würmer zu testen, indem man eine Kotprobe ins Labor schickt, wo sie untersucht wird. Auch hier gilt jedoch, dass man bei Schnecken aus einer seriösen Zucht normalerweise nicht mit diesem Parasiten in Berührung kommen sollte.

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Gemeine Bernsteinschnecke

Die Gemeine Bernsteinschnecke gelangt gelegentlich durch gekaufte Pflanzen oder gesammeltes Futter in unser Terrarium. Das ist jedoch nicht schlimm, da sie genauso wie unsere Riesenschnecken Grünfutter und Obst frisst. Es handelt sich um eine sehr kleine Schneckenart mit einer Länge von 10 bis 15 mm, die in unseren Breitengraden verbreitet ist. Wenn man weiß, woher die Pflanzen oder das Futter stammen, kann man sie dorthin zurückbringen.

Gemeine Bernsteinschnecke
Gemeine Bernsteinschnecke